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Bördegrün lädt ein

Landwirtschaft zum Anfassen

Hoffest der Bördegrün

Melody ist die Neugierigste, steht immer vorn und bekommt so die meisten Streicheleinheiten. Sie ist der einjährige Sonnenschein von Charleen, die das braune Schäfchen aufgezogen hat. Kaja und Lucky bleiben lieber im Hintergrund, sind sie doch schon alte Schafe. Diese drei lustwandelten kürzlich in einer Box aus Strohballen in einer Halle von „Bördegrün“ in Schnarsleben bei Niederndodeleben.

Es ist Hoffest! Man feiert mit hunderten Gästen auf dem Betriebsgelände. Obwohl Charleen in ihrem hübschen grünen Kostüm heute im Programm auf der Partybühne mittanzt und singt, kommt sie mit ihrer Freundin Lucy ganz oft bei ihren Schafen vorbei und krault ihr Lieblingsschäfchen. Auch viele andere Kinder schauen sich die braunen Tiere an. Ihre Eltern lassen sich derweil am Stand der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt von Dr. Jens Birger Naturschutzmaßnahmen in der Region erklären, am Stand des Bauernverbandes „Börde“ e.V. von Claudia Thiele Material zur Biene oder zum Getreide geben oder informieren sich über Kartoffelsorten beim Bundessortenamt.

Ebenfalls in der Halle boten die Frauen vom Heimat- und Kulturverein Niederndodeleben- Schnarsleben ihre 35 leckeren Kuchen an, die nach kurzer Zeit bereits ausverkauft waren.

In ihren Trachten machten die Damen bei ihren Festrundgängen eine sehr gute Figur.

Am hübschesten aber waren die Kinder aus dem ortsansässigen Kindergarten und der Wartberg-Schule anzusehen. Auf der Bühne tanzten und sangen sie, unterstützt von DJ Roger Altenburg und ihren Betreuern, animiert von Mamas, Papas, Omas und Opas Applaus aktuelle Titel, aber auch das alte Roy-Black-Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“.

Eingeladen hatten der Bördegrün-Geschäftsführer Urban Jülich und Karl Gerhold. Und außer, dass alle Vereine der beiden Orte Niederndodeleben und Schnarsleben mit Aktionsständen vertreten waren, kamen auch viele Besucher von nah und fern, um sich auf dem großen landwirtschaftlichen Gelände zu informieren und zu vergnügen. Und dafür hatten die Chefs und ihre Mitarbeiter wirklich viel organisiert: Ponyreiten, das Landjugend-Spielmobil, den Turnsportverein mit Torwandschießgeschwindigkeitsmessung, ein Kettenkarussell, Kremserfahrten in die Feldflur, Technik der Freiwillige Feuerwehr, Yves Krone und sein Oma Luise Kohle am Honig-Met-Seifenstand, Getränke von Bowle bis Wasser und auch der Verein „Blaue Nasen e.V.“, der sich um krebskranke Kinder und ihre Angehörigen kümmert, war mit einem Info- und Typisierungsstand vor Ort. Dirk Wappenhans untermalte und führte musikalisch durch den Tag. Der angehende Landwirt Samuel Jülich lud alle Technik-Interessierten auf eine GPS-gesteuerte „Achter-Tour“ ein und demonstrierte so, wie weit die Technologie fortgeschritten ist. Während man also plauschte, drehte sich das Lenkrad ferngesteuert von einem weit entfernten Satelliten allein und ließ die Maschine auf zwei Zentimeter genau über den Hof fahren. Den Gegensatz dazu bildet die Traktoroldtimerausstellung, die mit den typischen Lanz- und Hanomag-Motorgeräuschen viele kleine und große Besucher anzog. Die Brüder Nick Netzold und Joe Gronner zeigten zum Beispiel stolz den kleinen Nachbau eines Lanz-Bulldoggs, den ihnen ihr Opa Dieter Lotz vor Jahren gebaut hatte. Nick Netzold: „Jetzt wo Opa nicht mehr da ist, fahren wir beide mit unserem Traktor zu Oldtimertreffen, wie er früher.“ Und wenn auch vieles für zwei Achtjährige verkleinert wurde, die Auspuffanlage ist wie beim Original und macht ebensolche Geräusche.

Viele selbstproduzierte Köstlichkeiten wurden an Ständen angeboten und mit großem Genuss verspeist, wie zum Beispiel das Rindfleisch aus dem eigenen Hofladen. Verarbeitet in der „Speiserei“ zu Erbsensuppe, Rindfleischpfanne oder Bartwurst, machten die Köche der Speiserei gute Werbung für all die Köstlichkeiten, die sowohl in Form als Schulessen, Essen auf Rädern, als auch Catering gebucht werden können. Angeboten wurde auch der Honig von eigenen Blüh- und Naturschutzflächen.

Urban Jülich hieß seine Gäste von der Bühne aus willkommen, dankte seinen Verpächtern für ihr Vertrauen und für die Glückwünsche auch im Namen seines Vorgängers Ronald Westphal. Er erinnerte an die Coronazeit, in der solche Veranstaltungen nicht stattfinden konnte und an die großen Herausforderungen an die Bauernschaft durch die Klimaveränderungen, die hohen Düngemittel- und Ersatzteilpreise und die immer restriktiveren Auflagen durch die Politik. Jülich machte in seiner Rede auf das neue Auftreten des Landwirtschaftsbetriebes aufmerksam: Aus „Agro Bördegrün“ wird „Bördegrün“ und aus der „Tenne“ wird die „Speiserei“. Er verwies zudem auf die neue Bördegrün-Internetseite. Hier würden die verschiedensten Aktivitäten und Hintergründe zu den einzelnen Projekten erklärt. Naturschutz und Biodiversität ständen für „Bördegrün“ im absoluten Fokus auf Feld und in Furche. Karl Gerhold dankte anschließend in seiner kurzen Ansprache den Schnarslebenern und Niederdodelebenern für ihre Rücksicht, wenn es mal stinkt oder staubt. Gemeinsam überreichten Jülich und Gerhold einen Scheck an die „Blauen Nasen“ und forderten die Erwachsenen zur Typisierung, einem Watte-Abstrich, am Stand auf, der Leben retten könnte. Beide dankten sie ihren Familien und Mitarbeitern für die Unterstützung bei der Festvorbereitung und wünschten den Gästen viel Spaß beim Hoffest. Pfarrer Zander segnete das Fest, seine Besucher und die bevorstehende Ernte.